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Kriegsgefangenenlager

Geschichte

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Das Kriegsgefangenenlager Wickrathberg
(Quelle Text: Auszüge aus der Facharbeit von Lena Brüser, Mönchengladbach 2005/2006)
(Quelle Bilder: Hrsg. VHD Wickrathberg, Mönchengladbach 2005)

Das Kriegsgefangenenlager Wickrathberg befand sich zwischen Wickrathberg und Hochneukirch, mit einer Gesamtfläche von ca. 3 km²,  auf der, von Ende April bis September 1945, zwischen 100.000 und 150.000 ehemalige deutsche Soldaten gefangen gehalten wurden.

Geografische Ansicht des KGL Wickrathberg 1945

Diese Fläche war jedoch in einzelne „Camps“ unterteilt, von denen es insgesamt 32 gab. In diesen lebten jeweils bis zu 5000 Soldaten unter freien Himmel, ohne jeglichen Schutz vor Regen oder Sonne. Zunächst wurde das Lager von Amerikanern errichtet und geleitet, später, am 12. Juni 1945, wurde es von britischen Soldaten übernommen. Da das Lager selbst den gefangenen Soldaten keinerlei Unterschlupf bot, sahen sie sich gezwungen mit ihren bloßen Händen oder mit Hilfe von einfachen Blechdosen Löcher zu graben, um wenigstens ein bisschen  Schutz vor den Witterungsverhältnissen zu finden.

Doch selbst wenn man es schaffte, sich ein solches Loch zu graben, war die Chance in ihm zu überleben nicht besonders hoch, da es, wenn es regnete, voll Wasser lief und die Schutzsuchenden im Schlaf ertrinken konnten. Auch die hygienischen Zustände im Lager waren unzumutbar. Es waren kaum Möglichkeiten zur Körperpflege vorhanden, so hatten die Soldaten nur Konservendosen, die ihnen als „Waschbecken“ dienten, die sie mit Wasser gefüllt zur notdürftigen Wäsche benutzen konnten. Das Positive war, dass die Versorgung mit Wasser sich immer weiter verbesserte , so dass es fast immer ausreichend zur Verfügung stand.

Teilansicht des KGL Wickrathberg 1945
Bild bei der Wasserverteilung im KGL Wickrathberg 1945

Zu Beginn des Lagers war die Versorgung mit Trinkwasser sehr schlecht, das Wasser wurde aus der Niers abgepumpt und in Tonnen umgefüllt und wies natürlich viel Dreck und Bakterien auf, deshalb wurde das Wasser gechlort,  wodurch viele Gefangenen an Magen- Darmerkrankungen litten. Um das wertvolle Trinkwasser zu bekommen, mussten sie bis zu sieben Stunden Schlangestehen , um ein wenig zu ergattern.
Später hingegen wurde die Situation drastisch verbessert, da man Wasserleitungen verlegte. So konnten die Gefangenen in jedem Camp direkt an den Wasserzufluss gelangen. Die Versorgung mit Wasser stellte von nun an keinerlei Problem mehr da.

Beim Essen sah die Situation schon anders aus, das Wort, das diese wohl am besten beschreibt, ist „Hunger“. Zwar gibt es einen großen Unterschied zwischen der amerikanischen und der britischen Lagerzeit, doch war in beiden Fällen zu keinem Zeitpunkt genügend Nahrung vorhanden.

Obwohl das Kriegsgefangenenlager Wickrathberg nur sechs Monate existierte, hat es tiefe Spuren hinterlassen. Nicht nur bei den Soldaten, die als Gefangene in diesem Lager lebten, sondern auch bei ihren Nachkommen und allen Menschen, die mit diesem Lager zu tun hatten oder sich näher mit ihm beschäftigten.
Trotz der vielen Soldaten, die dieses Lager „bewohnten“, gab es erstaunlich wenig Todesfälle in dieser Zeit zu beklagen, nur 226 Tote. Daraus sollte man jedoch nicht schließen, dass das Leid für die Gefangenen nicht groß gewesen sei. Die Toten wurden zunächst auf einem „Lagerfriedhof“ bestattet, der am Ortsanfang von Wanlo lag. Nach der Auflösung des Lagers wurden sie auf den Wickrather Ehrenfriedhof umgebettet.

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Dokumente zum Thema Kriegsgefangenenlager Wickrathberg

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Schenkungsurkunde vom Kriegsgefangenenlager Wickrathberg

Das Kriegsgefangenenlager Wickrathberg hat durch seinen deutschen Lagerkommandanten Heinz Heidemeier als Dank für die Liebe und Treue der rheinischen Heimat eine Sammlung veranstaltet, die einen Betrag vom 302.800 Reichsmark von allen Kriegsgefangenen aller deutschen Gauen für den Wiederaufbau von Wickrath ergab.

Pressemitteilung zum Kriegsgefangenenlager vom 02.06.1995




Pressebericht vom 02.06.1995 vom Kriegsgefangenenlager, der von einem Chronisten aus dieser Zeit geschrieben wurde, der selbst Lagerinsasse in dieser schrecklichen Zeit war.

Pressemitteilung zum Kriegsgefangenenlager vom 20.11.2005



Pressebericht vom 20.11.2005 über das Treffen der ehemaligen Kriegsgefangenen nach sechs Jahrzenten im Gemeindehaus in Wickrathberg. Hier berichten diese Zeitzeugen über das schrechliche Geschehen im damaligen Kriegsgefangenenlager Wickrathberg.

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